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Darf es etwas weniger sein? Aktion gegen Lebensmittelverschwendung

In der Mensa des Studierendenwerks Bremen an der Universität Bremen setzt man sich gegen Lebensmittelverschendung ein (v.l.: Ralf Opitz, Hauke Kieschnik, Eva Quante-Brandt, Anke Grupe-Markschat, Heiko Osterloh). , jpg, 58.6 KB
In der Mensa des Studierendenwerks Bremen an der Universität Bremen setzt man sich gegen Lebensmittelverschendung ein (v.l.: Ralf Opitz, Hauke Kieschnik, Eva Quante-Brandt, Anke Grupe-Markschat, Heiko Osterloh).

Zum Aktionstag gegen Lebensmittelverschwendung hat Eva Quante-Brandt, Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz, das Studierendenwerk Bremen und die Mensa der Universität Bremen besucht. Der bundesweite Aktionstag gegen Lebensmittelverschwendung findet jährlich am 2. Mai in ganz Deutschland statt.

In Deutschland werden laut einer WWF-Studie jährlich rund 18 Millionen Tonnen Lebensmittel verschwendet. Statistisch gesehen werden in den ersten 122 Tagen des Jahres Lebensmittel für den Müll produziert, erst ab dem 2 Mai dienen die produzierten Lebensmittel der tatsächlichen Nahrungsaufnahme. „Das muss sich ändern!“, sagt Senatorin Quante-Brandt, die sich schon im vergangenen Jahr gegen das Wegwerfen von Lebensmitteln eingesetzt hat. „Wir müssen hier auf allen Ebenen weiter daran arbeiten, die Lebensmittelverschwendung so gering wie möglich zu halten.“

Wenn Lebensmittel verschwendet werden, wird der Klimawandel durch unnötige Transportwege und Monokulturen angeheizt und das Tierwohl durch Massentierhaltung beeinträchtigt. Oftmals müssen Lebensmittel zum Beispiel nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums von Supermärkten entsorgt werden. Anders als in Frankreich oder Tschechien gibt es in Deutschland keine gesetzliche Grundlage, die Händler ab einer gewissen Verkaufsfläche verpflichtet, abgelaufene Lebensmittel zum Beispiel an gemeinnützige Organisationen zu spenden oder nicht mehr genießbare Lebensmittel auf den Kompost zu geben oder für die Energiegewinnung bereitzustellen.

In Bremen werden tagtäglich besonders viele Mahlzeiten in den Mensen des Studierendenwerks Bremen zubereitet. So werden in der Mensa der Universität Bremen pro Tag durchschnittlich 12.000 Essen verkauft. „Bei dieser Größenordnung ist es sinnvoll, sich Gedanken zu machen und Ideen zu entwickeln, wie die Lebensmittelverschwendung verringert werden kann. Mit ihren Initiativen hat die Mensa der Universität Bremen bereits einen guten Anfang gemacht“, lobt Senatorin Quante-Brandt.

Im Gespräch mit der Senatorin verrät Anke Grupe-Markschat, Leiterin der Hochschulgastronomie des Studierendenwerks Bremen, durch welche Maßnahmen sich die Lebensmittelverschwendung in der Mensa verringern lassen: „Mit unseren modernen Küchenmaschinen können wir auch kleinere Mengen nachfrageorientiert produzieren und Lebensmittel vollständig verwerten. Außerdem werden in unseren Betrieben überschüssige Lebensmittel am Folgetag intelligent weiterverarbeitet, wie man es aus der eigenen Küche kennt – nur in größeren Dimensionen.“ Ein Bereich, der noch Potential zur Vermeidung von Lebensmittelabfällen offenlässt, ist die Rückgabe von Speiseresten der Gäste. „Pro Teller kommen aktuell durchschnittlich circa 50 Gramm als Speisereste auf den Tellern zurück, die entsorgt werden. Hier wollen wir ansetzen und die Studierenden und Gäste dazu ermuntern, uns an den Ausgaben Bescheid zu sagen, wenn sie etwas weniger möchten“, so Anke Grupe-Markschat. „Am Aktionstag zur Verhinderung von Lebensmittelverschwendung weisen wir hierauf gezielt hin und sensibilisieren so für das Thema.“