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Aufruf zur Vorsicht vor erhöhter Legionellengefahr

Legionellen Prävention
Legionellen Prävention

Aufgrund des möglicherweise länger andauernden Leerstands großer Gebäude, durch die aktuelle Coronakriese, kann das Wachstum von Legionellen begünstigt werden, dem bei Wiederinbetriebnahme die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet werden muss.

Was sind Legionellen?
Legionellen sind Bakterien, die überall dort vorkommen können, wo es Wasser gibt. Auch im Trinkwasser können sie vereinzelt auftreten. Unter bestimmten Voraussetzungen können sie sich im Warmwassersystem der Hausinstallation vermehren. Legionellen können mit Aerosolen (feinste Wassertröpfchen) zum Beispiel beim Duschen eingeatmet werden und so die sogenannte Legionellose auslösen, eine schwere Form der Lungenentzündung. Allerdings verlaufen viele Infektionen, ohne dass der Patient etwas bemerkt. Eine Behandlung ist zudem mit Antibiotika gut zu behandeln. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht bekannt.

Wie vermehren sie sich?
Eine Stagnation des Wassers in den Leitungen führt zu einer unerwünschten Vermehrung der Legionellen. Stagnation bedeutet, dass Trinkwasser mehrere Stunden, Tage oder gar Wochen in der Leitung steht.

Wie kann Legionellen vorgebeugt werden?
Man sollte dafür sorgen, dass in der Trinkwasserinstallation in allen Bereichen das Wasser gut fließen kann. Stand das Wasser länger als 4 Wochen unterbrochen in der Leitung, sind diese bei Inbetriebnahme so zu spülen, dass ein vollständiger Wasseraustausch gewährleistet ist. Wurde der Betrieb länger als 6 Monate unterbrochen, sollen nach der oben genannten Spülung mikrobiologische Untersuchungen stattfinden. Ggf. sind die Trinkwasserleitungen anschließend zu desinfizieren. Nicht nur Legionellen, sondern auch andere im Wasser befindliche Bakterien können sich während der Stagnation vermehren und so zu einer hygienischen Verschlechterung des Trinkwassers beitragen.
Außerdem vermehren sich Legionellen gut in einem Temperaturbereich von circa 30- 50°C. Über 50°C sinkt die Vermehrungsrate deutlich. Am Austritt des Warmwasserbereiters muss das Trinkwasser mindestens 60 °C heiß sein. Eine dauerhafte Betriebstemperatur im Speicher von 60°C verhindert die Vermehrung von Legionellen. Stagnation des Wassers in den Leitungen führt ebenfalls zu einer höheren Legionellenkonzentration. Man sollte deshalb dafür sorgen, dass in der Trinkwasserinstallation in allen Bereichen das Wasser gut fließen kann. Leitungen, in denen das Wasser dauerhaft steht, also Totleitungen, sollte man vermeiden beziehungsweise vom Trinkwassernetz abtrennen.

Weitere Empfehlung
Deshalb empfiehlt das Umweltbundesamt, Trinkwasser, das länger als 4 Stunden in der Leitung gestanden hat, nicht zur Zubereitung von Speisen oder Getränken, insbesondere für Säuglinge, zu verwenden, sondern vor Gebrauch ablaufen zu lassen, bis es deutlich kühler wird.

Weitere Informationen im Detail zu Legionellen gibt es auf der Seite des Robert-Koch-Instituts und des Bremer Gesundheitsamtes:

Robert-Koch-Institut

Gesundheitsamt Bremen