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Ebola – Fragen und Antworten

Den Senator für Gesundheit erreichen seit dem Sommer 2014 vermehrt Fragen zum Ebolavirus. Die Krankheit ist in Westafrika aufgetreten. In Westafrika ist die medizinische Versorgung weit weniger leistungsfähig als in Deutschland. Vor allem deshalb sind viele Menschen an der Krankheit gestorben.

Dass Einzelfälle Ebola-Verdächtiger oder Erkrankter in Deutschland auftreten, ist unwahrscheinlich. Bisherige Verdachtsfälle in Deutschland galten nach den Kriterien des Robert Koch-Instituts von vorherein als unbegründet und haben sich nicht bestätigt. Ein erkrankter Mitarbeiter der Weltgesundheitsorganisation war zur Behandlung nach Deutschland ins Hamburger Universitätsklinikum Eppendorf gebracht worden. Er konnte das Krankenhaus fünf Wochen später gesund verlassen.

Ebola wird durch ungeschützten Kontakt durch Blut oder andere Körperflüssigkeiten von erkrankten Menschen oder Verstorbenen übertragen. Es erfolgt keine Übertragung durch die Luft. Ebola ist erst ansteckend, wenn die Krankheit auch erkennbar ist. Eine Heilung ist jedoch in vielen Fällen nicht möglich.

Bisher ist in Deutschland kein Mensch an Ebola erkrankt. Bei einem konkreten Verdacht auf Ebola würde das spezielle Behandlungszentrum in Hamburg verständigt. Ein Bremer Patient würde dann mit einem speziellen Infektionstransport dorthin gebracht und medizinisch versorgt werden.

Der Senator für Gesundheit hat den Ausbruch von Ebolafieber in Westafrika zum Anlass genommen, den bestehenden Infektionsalarmplan zu aktualisieren. Diese aktualisierte Fassung (Stand 24.09.2014) des Infektionsalarmplans (pdf, 2.2 MB) stellen wir für Sie bereit. Für die Akteure des öffentlichen Gesundheitswesens, der Feuerwehr und Polizei steht eine Version mit wichtigen Kontaktadressen zur Verfügung.

Informationen des Robert-Koch-Instituts

Übersichtliche Informationen über die Krankheit, Vorsorgemaßnahmen und vieles mehr finden Sie auf der Seite des Robert-Koch-Instituts.

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung erhalten Sie ebenfalls Informationen zu Ebola. Außerdem wird dort auch ein übersichtliches Papier mit den Antworten auf die am häufigsten gestellten Fragen (pdf, 117.1 KB) zur Verfügung gestellt.

Informationen des Hafenarztes in Bremerhaven

Auch der Hafenarzt in Bremerhaven informiert über Ebola.

Interessiert Sie das Thema Infektionsschutz allgemeiner, finden Sie hier weitere Informationen zum Infektionsschutz.

Ansprechpartnerin bei der Gesundheitsbehörde

Dr. Sylvia Offenhäuser

Ehrung für besonderes Engagement

Arzt aus dem Bremer Gesundheitsamt berichtet von Einsatz im Ebola-Gebiet

Gespräch in Bremer Rathaus: Dr. Denis Pineda (2. v. li.) berichtet Bürgermeister Böhrnsen (2. v. re.), Senator Dr. Schulte-Sasse (li.) und Eberhard Zimmermann (re.) von seinem Ebola-Einsatz in Sierra Leone
Gespräch in Bremer Rathaus: Dr. Denis Pineda (2. v. li.) berichtet Bürgermeister Böhrnsen (2. v. re.), Senator Dr. Schulte-Sasse (li.) und Eberhard Zimmermann (re.) von seinem Ebola-Einsatz in Sierra Leone

Dr. Denis Pineda, Arzt beim Gesundheitsamt Bremen, hat für Ärzte ohne Grenzen e. V. sechs Wochen lang in Sierra Leone gegen Ebola gekämpft. Am 13. November 2014 begrüßten Bürgermeister Jens Böhrnsen und Dr. Hermann Schulte-Sasse, Senator für Gesundheit, Dr. Pineda im Bremer Rathaus, um ihm persönlich für sein herausragendes Engagement zu danken. Begleitet wurde Dr. Pineda von Eberhard Zimmermann, Leiter des Gesundheitsamtes Bremen, der den Einsatz seines Mitarbeiters voll unterstützt hat.

Dr. Pineda bedankte sich im Gespräch mit dem Bürgermeister und dem Senator ausdrücklich bei seinen Kolleginnen und Kollegen in Bremen. Zwar habe er die Entscheidung nach Sierra Leone zu gehen, alleine gefasst, doch ohne Unterstützung aus seinem Umfeld wäre es ihm nicht gelungen. Böhrnsen betonte, wie außergewöhnlich der Einsatz aller Freiwilligen sei. "Das ist ein Zeichen der Menschlichkeit."

Senator Dr. Schulte-Sasse freut sich, dass Dr. Pineda nun seine Erfahrungen an andere Freiwillige weitergibt und so den Kampf gegen Ebola aktiv vorantreibt. Der Senator berichtete zudem, dass Bremen gut auf Rückkehrende vorbereitet ist und dass sein Ressort Freiwillige wie Dr. Pineda unterstützt.

"Man sollte keine Angst vor Ebola haben", betonte Dr. Pineda, "aber man muss Respekt haben". Weiterhin appellierte er: "Es gibt immer noch viele Menschen in Afrika, die Hilfe brauchen." Über seine Arbeit in Sierra Leone berichtete Dr. Pineda auch von schwierigen Situationen in der Ebola-Station. Der Einsatz habe ihn geprägt, das Leid der Erkrankten und die Infizierung von Kolleginnen und Kollegen sorgten für Stress im Team. Insgesamt 96 Patientinnen und Patienten werden in dem Krankenhaus versorgt. Dr. Pineda konnte auch erfolgreich die erste mit Ebola infizierte Schwangere behandeln. Die größte Freude sei es, so Dr. Pineda, einen von Ebola geheilten Menschen zu entlassen, aber natürliche freue er sich auch über die Anerkennung des Senats und der Kolleginnen und Kollegen.

Hintergrund:
Denis Pineda machte sein Diplom als Doktor der Medizin 1993 in Havanna und lebt seit 1997 in Deutschland. Im September 2004 absolvierte er einen Weiterbildungs-Studiengang zum "Master of Public Health" und arbeitet seit 2009 als Arzt beim Bremer Gesundheitsamt. Dies war bereits Dr. Pinedas vierter Einsatz für Ärzte ohne Grenzen e.V. - er hatte sich in der Vergangenheit schon bei Auslandseinsätzen in Angola engagiert.