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Die Problematik antibiotikaresistenter Krankheitserreger

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Die Haut und Schleimhäute von Tieren und Menschen sind dauerhaft von verschiedenen Bakterienarten besiedelt, unter anderem von sogenannten Staphylokokken. Zwischen 15 Prozent und 40 Prozent aller Menschen sind, ohne zu erkranken, vorübergehend oder ständig mit diesem Erreger besiedelt, häufig im Nasen-Rachen-Raum.

Seit mehreren Jahren ist weltweit eine Zunahme von antibiotikaresistenten Bakterien zu beobachten. Eine besondere Bedeutung hat speziell Staphylokokkus aureus erlangt, im Folgenden MRSA (Methicillin-resistente Staphylokokkus aureus) genannt.

Hautgesunde Menschen bzw. Menschen mit gesundem Immunsystem können langfristig ohne Krankheitszeichen MRSA-Träger sein und die Erreger weiterverbreiten.
Die Übertragung erfolgt über die Hände (Schmierinfektion), aber auch über die Luft, als Staub oder Tröpfcheninfektion. Wegen der hohen Widerstandsfähigkeit gegenüber Trockenheit und Wärme können MRSA auch indirekt über Gegenstände, zum Beispiel Kittel, Pflegeartikel und anderes übertragen werden. Das Auftreten von MRSA stellt sich häufig als ein krankenhaushygienisches Problem dar. Übertragungen erfolgen hier nachweislich zum größten Teil von einem Patienten zum anderen über die Hände des Personals.

Durch die bremische Krankenhaushygieneverordnung (HygInfVO) sind in jedem Krankenhaus Hygienefachkräfte und hygienebeauftragte Ärztinnen und Ärzte vorgeschrieben, die in Zusammenarbeit mit dem beratenden Krankenhaushygieniker die notwendigen Hygienemaßnahmen zur Vermeidung von MRSA-Infektionen umsetzen.

In allen bremischen Krankenhäusern gibt es spezielle Hygienepläne bzw. schriftliche Anweisungen für das Verhalten und zu ergreifende Maßnahmen bei Auftreten bei MRSA. Spezielle Informationsblätter zum Problem wurden für die behandelnden Ärztinnen und Ärzte, für die betroffenen Patientinnen und Patienten und für die Alten- und Pflegeeinrichtungen erarbeitet.

Von besonderer Bedeutung ist, dass keine negative Stigmatisierung des mit MRSA besiedelten Bewohners oder Patienten erfolgt. Es ist wichtig, alle am Problem Beteiligten offen zu informieren, damit die notwendigen Hygiene- bzw. Schutzmaßnahmen getroffen und eingehalten werden können.

MRE-Netzwerk (fBis 2014 MRSA-Netzwerk)

Im Land Bremen wurde schon im Jahr 2009 ein Netzwerk mit dem Ziel der Eindämmung dieser multiresistenten Keime gegründet. Seit Sommer 2010 sind alle bremischen Krankenhäuser dem Netzwerk beigetreten und haben sich verpflichtet, zusätzliche Maßnahmen (zum Beispiel Screening von Risikopatientinnen und -patienten bei der Aufnahme, Datenmeldung zu MRSA-Fällen) zu ergreifen.
Bis 2015 haben sich drei niedersächsische Krankenhäuser aus dem Bremer Umland dem Netzwerk angeschlossen.

Zahlreiche ambulante und stationäre Pflegeeinrichtungen sowie Laboratorien sind dem Netzwerk beigetreten.

Die Netzwerkbildung ist ein maßgeblicher Beitrag zur Verbesserung der Behandlungs- und Versorgungsqualität im Land Bremen.

Während sich das Netzwerk zunächst mit dem Erreger "Methicillin resistenter Staphylococcus aureus" befasst hat, ist das Netzwerk in 2014 dahingehend erweitert worden, dass nun auch andere multi-resistente Erreger, die mittlerweile in der Praxis eine hohe Bedeutung erlangt haben, im Fokus der Netzwerkarbeiten stehen.

Das Netzwerk stellt sich unter www.mre-netzwerk.bremen.de vor.