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Jahresbericht Verbraucherschutz 2015

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Sichere Lebensmittel, gute Tierhaltung und gesunder Pflanzenschutz: Verbraucherinnen und Verbraucher im Land Bremen können sich auf ein gut funktionierendes Kontrollsystem verlassen. Die Palette der Themen, mit denen sich die Untersuchungsämter und das Ressort beschäftigen, ist vielfältig. Das zeigt sich auch in diesem Jahr wieder im Jahresbericht 2015 zum Gesundheitlichen Verbraucherschutz, der heute (9. Juni 2016) der Deputation für Gesundheit und Verbraucherschutz vorgelegt wurde.

In dem Bericht sind die Ergebnisse zusammengestellt, die die Kontrollen durch die Lebensmittelüberwachungs-, Tierschutz- und Veterinärdienste des Landes Bremen (LMTVet) und des Landesuntersuchungsamtes für Chemie, Hygiene und Veterinärmedizin (LUA) in Zusammenarbeit mit dem Fachreferat bei der Senatorin für Wissenschaft, Gesundheit und Verbraucherschutz ergaben. Der Jahresbericht umfasst die Bereiche Lebensmittel, Futtermittel, Tiergesundheit, Tierschutz, Pflanzen, Grenzkontrolle und Hafenärztlicher Dienst.

Senatorin Prof. Dr. Eva Quante-Brandt: "Der Bericht zeigt, wie gut wir in Bremen aufgestellt sind. Der gemeinsame Jahresbericht der Ämter macht deutlich: Durch das Ineinandergreifen der risikoorientierten amtlichen Kontrollen in den Bereichen Lebensmittel, Futtermittel, Tiergesundheit, Tierschutz, Pflanzen, Grenzkontrolle und Hafenärztlicher Dienst kann gesundheitlicher Verbraucherschutz gewährleistet werden."

Einige ausgewählte Beispiele aus dem Jahresbericht:

Lebensmittelüberwachung
Insgesamt 3.163 Betriebe wurden im Land Bremen kontrolliert. In 1.537 der kontrollierten Betriebe wurden Mängel festgestellt. Die meisten betrafen bauliche Mängel oder Mängel in der Personalhygiene, Mängel im Eigenkontrollsystem und Kennzeichnungsmängel.

Im Rahmen eines Sonderprogramms wurden schwerpunktmäßig im Jahr 2015 Bäckereien überwacht, da in den vergangenen Jahren in bestimmten Bäckereien immer wieder ein mangelhaftes Hygieneverständnis vor Ort zu verzeichnen war. Neben den Betriebskontrollen und Probennahmen wurden auch die Beratungen des LMTVet in dieser Schwerpunktaktion intensiviert.

Auch bei dem Programm "Die fetten Jahren sind vorbei" handelt es sich um ein Schwerpunkt-Programm mit Untersuchungen zur Qualität von Frittierfetten und zum Gehalt an Transfettsäuren in Lebensmittelbetrieben. Fazit: Insgesamt hat sich die Qualität seit Beginn des Programms 2013 deutlich verbessert. Hier zeigt sich der Erfolg des Programms mit umfangreichen praxisnahen Informationen für die Unternehmen, Auflagen zu Personalschulungen und zur Dokumentation sowie einer konsequenten Ahndung bei beanstandeten Proben.

Nach den Änderungen des Lebensmittelkennzeichnungsrechts wurde schwerpunktmäßig die Kennzeichnung von Allergenen bei Bremer Eisherstellern kontrolliert. Das Ergebnis war insgesamt positiv, was auf die umfangreichen Beratungen und die Verteilung von Info-Material durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebensmittelkontrolle zurückgeführt werden kann.

Tierschutz
Die Kontrolle der Zoofachgeschäfte ergab keine Beanstandungen. Die Betriebe halten ihre Tiere in ausreichend großen Gehegen, Volieren und Aquarien.

Verbesserungen wurden auch im Bereich der Tiertransporte festgestellt. Bei Verkehrskontrollen fanden sich keine schweren Verstöße gegen die geltende Tierschutz-Transportordnung: Ein Ergebnis kontinuierlicher Kontrollen. Doppelstöckige Rindertransporte konnten auf den Autobahnen im bremischen Gebiet während der Kontrollen nahezu nicht mehr festgestellt werden.

Pflanzenschutz
Im Jahr 2015 kamen speziell ausgebildete Hunde zum Aufspüren des Asiatischen Laubholzbockkäfers zum Einsatz. Der Käfer ist europaweit auf dem Vormarsch. Als "Blinder Passagier" kommt er mit Verpackungshölzern aus anderen Ländern, insbesondere aus Fernost, und verbreitet sich mitunter unentdeckt auch in Deutschland. Er befällt und zerstört verschiedene einheimische Laubbäume und wird als gefährlicher "Quarantäneschadorganismus" eingestuft. Die Pflanzenschutzdienste sind dazu angehalten, bestimmte Risikogebiete auf einen eventuell verborgenen Befall mit diesem Käfer zu überprüfen. Obwohl es im Land Bremen bisher keine Meldung eines Befalls mit diesen Käfern gegeben hat, wurde in diesem Jahr sowohl in der Stadt Bremen als auch in Bremerhaven mit den "spezialisierten Käfer-Spürhunden" ein sogenanntes "Monitoring" durchgeführt. Gefunden wurde bislang glücklicherweise kein Käfer; das Monitoring soll aber weitergeführt werden, um den Baumbestand zu schützen.

Im vergangenen Jahr hat der Pflanzenschutzdienst Bremen einen Pflanzenschutz-Ratgeber für den Garten- und Landschaftsbau herausgegeben. Auf 255 Seiten werden die wichtigsten Schadursachen im Garten- und Landschaftsbau beschrieben und Gegenmaßnahmen benannt. Ursprünglich für Betreiber des öffentlichen Grüns und Dienstleister des Garten- und Landschaftsbaus gedacht, ist er auch für jede Gartenbesitzerin und jeden Gartenbesitzer von Nutzen.

Grenzkontrolle
In Bremen spielt die Grenzkontrolle eine wichtige Rolle. Waren aus aller Welt treffen im Hafen ein und werden verschifft. Einfuhrkontrollen gehören zu den Kernaufgaben des Verbraucherschutzes.

In 2015 wurden Sendungen von Fischereierzeugnissen auf Carbonate untersucht. Carbonate sind für bestimmte Lebensmittel zugelassene Zusatzstoffe, jedoch bei unverarbeiteten Filets nicht zulässig ist, weil Carbonate den Wassergehalt und damit das Gewicht der Fischereierzeugnisse erhöhen. Die Ergebnisse der Untersuchung sind im Jahresbericht aufgeführt. Sechs von den beanstandeten Sendungen erhielten keine Einfuhrerlaubnis. In anderen Fällen wurden die Behörden der Mitgliedstaaten informiert, in die die Sendung geschickt wurde.

Hafenärztlicher Dienst
Im Kampf gegen die Tigermücke konzentriert Bremen seine Kontrollen auf den Hafen, da der Hafen über seinen Warenverkehr ein Einfallstor für den Krankheitsüberträger nach Deutschland sein könnte. Im Land Bremen führen Seehafengesundheitsaufseher systematisch Bordbesuche nach einer Risikobewertung des Hafenärztlichen Dienstes durch. Die Tigermücke ist Überträgerin von 26 Krankheiten, darunter befindet sich das Zika-Virus.

Jahresbericht Verbraucherschutz (pdf, 11.2 MB)