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Tief geforscht

Meereswissenschaften

Taucher an einem Riff, Foto: M. Wunsch, ZMT
Taucher an einem Riff, Foto: M. Wunsch, ZMT

Bremen ist der größte meereswissenschaftliche Forschungsstandort in Deutschland (rund 40 % aller deutschen MeeresforscherInnen arbeiten in Bremen). Die exzellente Forschungsleistung wird hauptsächlich an vier Instituten erbracht, die sich durch ihre komplementären inhaltlichen Ausrichtungen ideal ergänzen und durch intensive Kooperationen miteinander vernetzt sind.

Marum-Gebäude, Foto: Marum
Marum-Gebäude, Foto: Marum

Zentrum für marine Umweltwissenschaften (MARUM)

Herausragender Kern der meereswissenschaftlichen Forschung an der Universität Bremen ist das Zentrum für marine Umweltwissenschaften (MARUM). Hier wird mit modernsten Methoden die Rolle der Ozeane im globalen Zusammenhang insbesondere im Hinblick auf weltweite Veränderung untersucht. Dazu dient die Erfassung der Wechselwirkungen zwischen geologischen und biologischen Prozessen im Meer mit dem Ziel einer nachhaltigen Nutzung der Ozeane.

Expedition ArkXXII/2, Foto: S. Hendricks, AWI

Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung (AWI)

Das AWI in Bremerhaven ist nicht nur die größte meereswissenschaftliche Einrichtung in Bremen und Deutschland, sondern mit über 1.000 MitarbeiterInnen auch die bei weitem größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung des Bundeslandes. Das AWI forscht in der Arktis, Antarktis sowie den Ozeanen der mittleren und hohen Breiten. Es koordiniert die Polarforschung in Deutschland und stellt wichtige Infrastruktur wie den Forschungseisbrecher Polarstern und Stationen in der Arktis und Antarktis für die nationale und internationale Wissenschaft zur Verfügung. Die mehr als 30 Jahre alte Polarstern wird in den nächsten Jahren mit 450 Mio. Euro des Bundes durch einen Neubau ersetzt.

Laborarbeiten, Foto: M. Schlösser, MPI-MM Bremen

Max-Planck-Institut für marine Mikrobiologie (MPI-MM)

Das MPI-MM beschäftigt sich mit der Rolle der kleinsten existierenden Lebewesen im Ozean und den Auswirkungen ihrer Aktivitäten auf die Umwelt. Zu diesem Zweck werden Untersuchungen weltweit an Küsten, auf dem Meeresboden und im freien Ozean durchgeführt. Die hohe Relevanz dieser Forschungen zeigt sich z.B. durch die Klimadiskussion der letzten Jahre und die Schlüsselrolle von Mikroorganismen in den globalen Stoffkreisläufen.

Leibniz-Zentrum für Marine Tropenökologie

Leibniz-Zentrum für Marine Tropenforschung (ZMT)

Das ZMT widmet sich in Forschung und Lehre den tropischen Küstenökosystemen und den Einflüssen, die sie verändern und bedrohen. Da es sich um hochproduktive Lebensräume mit großer ökologischer und wirtschaftlicher Bedeutung handelt, konzentrieren sich Forschung, Ausbildung und Beratung am Institut auf den Schutz und die nachhaltige Nutzung dieser Lebensräume. Besonderes Merkmal ist die enge Zusammenarbeit von Natur- und SozialwissenschaftlerInnen.

Das Marum an der Universität Bremen ist wiederholt aus dem Exzellenzwettbewerb als Sieger hervorgegangen und besteht aus einem Exzellenzcluster mit integrierter Graduiertenschule:

  • Das Exzellenzcluster "Ozean im System Erde" untersucht, wie geologische und biologische Prozesse an den heißen Quellen in der Tiefsee miteinander zusammenwirken und dort aufsteigende Substanzen praktisch als Treibstoff für Ökosysteme am und im Ozeangrund fungieren.
  • Die integrierte Graduiertenschule GLOMAR (‚Global Change in the Marine Realm’) dient als Netzwerk Bremer Doktoranden der Meereswissenschaften. Hier werden die jungen Forscher aus aller Welt nicht nur mit ihren Promotionsthemen näher vertraut gemacht, sondern auch strukturell unterstützt und gefördert.

Neben der umfangreichen Grundlagenforschung in den Meereswissenschaften gewinnen auch die angewandten Bereiche eine größere Bedeutung. Durch Kooperationsbeziehungen mit der Wirtschaft hat der Wissenschaftsschwerpunkt eine zunehmende Rolle für den Strukturwandel Bremens und Bremerhavens.

2010 wurde das Institut für Maritime Technologien (MarTech Bremen) als Zusammenschluss des MARUM, des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz DFKI und des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt DLR gegründet. Ziel ist die Entwicklung neuer Geräte für den Tiefseeeinsatz mit Hilfe von Erkenntnissen aus Robotik und Weltraumforschung.