Gemeinsam für eine bessere Versorgung im Bereich der mentalen Gesundheit: Mit diesem Ziel haben sich 43 Institutionen aus 20 europäischen Länder zusammengeschlossen. Sie wollen beispielsweise, dass die mentale Gesundheit in allen politischen Entscheidungen berücksichtigt wird und, dass Erfolgsmodelle in der Präventionsarbeit für junge Menschen weiterverbreitet werden. Hierbei werden evidenzbasierte Strategien einbezogen und Erkenntnisse aus der Klinik so aufbereitet, dass sie politisch umgesetzt werden können. Dazu gibt es regen Austausch, Diskussionen und Möglichkeiten, von den Erfolgen anderer zu lernen. Das Wissen wird gebündelt und in Projekte in den jeweiligen Ländern umgesetzt.
In einem Teilprojekt (Task) spielt Bremen gemeinsam mit der Gesundheitsbehörde (ASL) von Turin/Italien eine Schlüsselrolle: Es geht es darum, Menschen, die Erfahrung mit Psychiatrie und Krisen haben, in alle Ebenen der psychiatrischen Gesundheitsversorgung einzubeziehen und sie damit die Gestaltung von psychiatrischen Diensten nicht nur den fachlichen Experten zu überlassen, sondern auch die Experten aus eigener Erfahrung aktiv mit einzubeziehen. Dies ist eine Forderung aus der UN-Behindertenrechtskonvention und wird auch von der WHO sowie Forschungsergebnissen unterstützt: die Qualität der Dienste wird verbessert.
Bremen hat in dieser Hinsicht in den letzten Jahrzehnten einiges geschafft: Die in ganz Deutschland etablierte EX-IN Qualifizierung zur Genesungsbegleiter:in wurde hier mitentwickelt und wird noch immer angeboten, Genesungsbegleiter:innen arbeiten in allen Bremer Kliniken und bei den Leistungserbringern der Eingliederungshilfe und unterstützen die Anliegen der Nutzer:innen im Rahmen der Fürsprachestellen.
Wir beraten aus dem Referat Psychiatrie und Sucht Projektpartner aus 11 Ländern, um die Beteiligung von Psychiatrie-Erfahrenen in Europa zu stärken. Dafür entwickeln wir Trainingsmaterialen, Implementierungsstrategien und Richtlinien.
Die Ausgangsbedingungen sind sehr unterschiedlich: In Island, Estland und Finnland beispielsweise gibt es bereits Trainings und Arbeitsmöglichkeiten für Genesungsbegleiter:innen. In anderen Ländern ist das Konzept von Peerarbeit noch fast gänzlich unbekannt – hier wird Pionier- und Aufklärungsarbeit geleistet. In allen Ländern gibt es Menschen, die mit voller Energie und ganzem Herzen an dem Thema arbeiten. Wichtige Ziele sind Peerarbeit in Institutionen, eine angemessene Bezahlung der Peerarbeit, eine Konzeptualisierung von Rollen und Ausbildungen und der Abbau von Stigma in Zusammenhang mit mentaler Gesundheit.
Task-Leitung: Jörg Utschakowski
Task-Koordination: Susanne Schuberth
Laufzeit: 01.09.2024-31.08.2027
Projektkoordination: National Centre of Mental Health, Latvia
Liste Projektpartner:innen: Download (pdf, 60 KB)
Karte Mentoringländer: Download (png, 132.4 KB)